Uni Regensburg koordiniert Forschungsprojekt Forbimed

Schnellere Diagnose für gezieltere Behandlung

Forschung

Mit Hilfe von Biomarkern soll eine schnellere Diagnose und gezieltere Behandlung von Infektionskrankheiten möglich werden. Von der Universität Regensburg aus wird der Forschungsverbund innerhalb der Bayerischen Forschungsstiftung koordiniert.

Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale wie Gene, Eiweißstoffe oder andere Moleküle, die auf einen krankhaften Prozess oder eine Infektion hinweisen können. Koordiniert wird das Projekt Forbimed (Forschungsverbund BIomarkermedizin) von Prof. Dr. Ralf Wagner von der Universität Regensburg. Gemeinsam mit sieben bayerischen Lehrstühlen und zehn Unternehmen testet er, welche Marker sich hierfür eignen und wie sie sich einsetzen lassen. Zum Beispiel sollen die Biomarker helfen, schnell zwischen einer bakteriellen und einer viralen Infektion, zu unterscheiden und so aufwendige, langwierige Untersuchungen ersetzen.

Daneben stellt die Resistenzbestimmung von Bakterien und Pilzen eine wichtige Aufgabe dar. Auf die Diagnose mit Biomarkern aufbauend, ist die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten ein Hauptanliegen des Verbundes. Neben den Hochschulen sind 10 Unternehmen, darunter die im Biopark Regensburg ansässige Lophius Bioscienes GmbH an dem Projekt beteiligt. Das Gesamtvolumen des Verbundes beträgt 3,4 Millionen Euro. Zusätzlich zu den 1,8 Millionen Euro der Bayerischen Forschungsstiftung steuern die zehn Industriepartner Geld bei.

Neuer Masterstudiengang Medizintechnik
Der neue Masterstudiengang Medizintechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg wurde umfassend an den Anforderungen des Marktes ausgerichtet. Für den Masterstudiengang Medizintechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg wurde eine umfassende Analyse bei den führenden Industrieunternehmen der Medizintechnik, den umliegenden Klinikunternehmen sowie dem größten kommunalen Krankenhaus Europas durchgeführt. Basierend auf diesen Ergebnissen wird der Praxisbezug während des Studiums für die angehenden Fachkräfte sichergestellt. Bereits seit 2012 gibt es Kooperationen mit dem Biopark Regensburg. Über die strategische Partnerschaft der OTH Regensburg mit der med. Fakultät der Universität Regensburg steht den künftigen Masterabsolventen zudem der Weg zur Promotion (Dr. rer. physiol.) und einem geplanten Phd-Studium im Bereich Medizin(-technik) an der Universität Regensburg offen.

Deutscher Krebspreis geht nach Regensburg
Der Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe „Personalisierte Tumortherapie“ im Biopark Regensburg, Prof. Dr. Klein, ist einer von drei Wissenschaftlern die für ihre zukunftsweisenden Arbeiten mit dem Deutschen Krebspreis 2014 ausgezeichnet wurden. Der Deutsche Krebspreis wird von der Deutschen Krebsgesellschaft in Berlin und den Unternehmen Sanofi-Aventis, Amgen und Pfizer jedes Jahr gestiftet. Prof. Dr. Christoph Klein wurde beim diesjährigen Deutschen Krebskongress für seine wegweisenden Arbeiten der Identifizierung und Metastasierung eines Tumors in der Sparte „Experimentelle Forschung“ ausgezeichnet. Das von ihm entwickelte Konzept der Tumorprogression zeigt den ursächlichen Zusammenhang zwischen den molekularen Unterschieden, die im Laufe der Evolution entstanden sind und der diagnostischen und therapeutischen Heterogenität von Tumorerkrankungen. Das Konzept bildet eine wichtige Grundlage für die personalisierte Diagnostik und Therapie.