Sanofi erhält Cheplapharm-Beteiligung in Höhe von 26,4 Prozent
Cheplapharm übernimmt 20 etablierte Arzneimittel und drei Produktionsstandorte von Sanofi
Montag, 14. September 2026
| Redaktion
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Sanofi und Cheplapharm beschließen strategische Partnerschaft: v.l.n.r.: Edeltraud Lafer und Sebastian Braun, die beiden Co-CEOs von Cheplapharm, und Thomas Grenier, Executive Vice President, General Medicines, Sanofi
Sanofi und Cheplapharm beschließen strategische Partnerschaft: v.l.n.r.: Edeltraud Lafer und Sebastian Braun, die beiden Co-CEOs von Cheplapharm, und Thomas Grenier, Executive Vice President, General Medicines bei Sanofi, Bilder: Cheplapharm und Sanofi

Sanofi und Cheplapharm wollen ihre seit 2014 bestehende Zusammenarbeit ausbauen. Im Rahmen der geplanten Partnerschaft soll Cheplapharm eine Auswahl von 20 etablierten Arzneimitteln sowie drei Produktionsstandorte übernehmen. Sanofi soll dafür einen Anteil von 26,4 Prozent an dem Greifswalder Pharmaunternehmen erhalten, das in etablierte Markenprodukte forschender Pharmahersteller investiert und weiterentwickelt. Hintergrund der Vereinbarung sind nach Angaben der Unternehmen unterschiedliche Anforderungen an neuartige und bereits länger etablierte Arzneimittel. Produktion, regulatorische Betreuung und Vermarktung sollen deshalb jeweils auf die entsprechende Phase im Lebenszyklus der Produkte ausgerichtet werden.

Sanofi konzentriert Portfolio stärker auf Innovationen

Mit der geplanten Transaktion setzt Sanofi die mehrjährige Vereinfachung seines Portfolios etablierter Arzneimittel fort. Thomas Grenier, Executive Vice President General Medicines bei Sanofi, erklärt dazu, dass dieser Prozess dem Unternehmen eine stärkere Konzentration auf Innovationen ermögliche. Gleichzeitig sollen etablierte Medikamente weiterhin für Patienten verfügbar bleiben. Die Zusammenarbeit mit Cheplapharm bestehe bereits seit mehr als einem Jahrzehnt und umfasse frühere Übernahmen von Produkten aus dem Portfolio etablierter Arzneimittel von Sanofi. Durch die neue Partnerschaft und die vorgesehene Beteiligung an Cheplapharm wolle Sanofi die Versorgung mit bestehenden Arzneimitteln weiter unterstützen und zugleich Ressourcen auf die Entwicklung neuer Therapien konzentrieren.

Drei Produktionsstandorte wechseln zu Cheplapharm

Neben den Arzneimitteln umfasst die Vereinbarung drei Produktionsstätten. Der Standort Csanyikvölgy in Ungarn beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. In Jurong in Singapur arbeiten rund 100 Mitarbeiter, im französischen Ploërmel etwa 65 Mitarbeiter. Die Beschäftigten sollen ihre bisherigen Tätigkeiten fortführen, Bestehende Beschäftigungsbedingungen und Tarifvereinbarungen erhalten bleiben. Beide Unternehmen wollen bei der Übergabe der Standorte zusammenarbeiten, um die Produktion und Arzneimittelversorgung während des Transfers fortzuführen und die geltenden Qualitätsanforderungen einzuhalten.

Sanofi überträgt auch Produktionskapazitäten für Heparin-Medikament

Für Cheplapharm bedeutet die Vereinbarung neben der Erweiterung des Arzneimittelportfolios auch die Übernahme entsprechender Produktionskompetenzen. Dazu gehören auch die Fertigungskapazitäten für ein niedermolekulares Heparin von Sanofi, das in der Fruchtbarkeitstherapie zur Verringerung des Risikos von Blutgerinnseln und Fehlgeburten eingesetzt wird. Die beiden Co-CEOs Edeltraud Lafer und Sebastian Braun ordnen das Vorhaben als langfristiges pharmazeutisches und industrielles Engagement ein. Cheplapharm wolle in die übernommenen Standorte und deren Fachwissen investieren, spezialisierte Kompetenzen erhalten und die langfristige Verfügbarkeit der betreffenden Arzneimittel unterstützen.

Übertragung von Sanofi auf Cheplapharm soll 2027 abgeschlossen werden

Der kommerzielle Transfer des Arzneimittelportfolios soll im ersten Quartal 2027 beginnen. Anschließend ist die Übertragung der drei Produktionsstandorte vorgesehen. Der vollständige Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2027 erwartet. Voraussetzung sind unter anderem die vorgesehenen Informations- und Konsultationsverfahren mit Arbeitnehmervertretern, regulatorische Genehmigungen und die üblichen Abschlussbedingungen. Für Cheplapharm ist die geplante Partnerschaft ein weiterer Schritt in der Wachstumsstrategie mit etablierten Arzneimitteln. Sanofi setzt dagegen die Konzentration auf innovative Medikamente fort, bleibt durch die geplante Beteiligung von 26,4 Prozent aber wirtschaftlich mit Cheplapharm verbunden.

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