Sandoz investiert rund 300 Millionen Dollar in eine neue Produktionsanlage für Biosimilars in Ljubljana in Slowenien. Der Standort soll die unternehmenseigenen Fertigungskapazitäten erweitern und das europäische Netzwerk für Entwicklung, Produktion und Versorgung ergänzen. Die Investition ist Teil der langfristigen „Bio100“-Strategie, mit der Sandoz sein Geschäft mit Biosimilars deutlich ausbauen will. Die neue Anlage soll 2029 den Betrieb aufnehmen und sowohl die klinische als auch die kommerzielle Herstellung unterstützen. Vorgesehen sind vier Fed-Batch-Reaktoren mit Einwegtechnologie. Zusammen schaffen sie eine zusätzliche Kapazität von 8.000 Litern.
Biosimilars sollen langfristig größeren Umsatzanteil erreichen
Parallel zur Investitionsentscheidung hat Sandoz auf seinem Capital Markets Day in London die langfristigen Ziele für das Geschäft konkretisiert. Mit „Bio100“ strebt das Unternehmen an, bis 2040 mehr als 100 Biosimilars im Portfolio zu führen. Derzeit sind es 13. Ab 2035 sollen die Produkte zudem rund 80 Prozent des für Sandoz relevanten Werts von Wirkstoffen abdecken, deren Patentschutz ausläuft. Aktuell liegt dieser Anteil nach Unternehmensangaben bei etwa 50 Prozent. Langfristig sollen Biosimilars den überwiegenden Anteil am Umsatz des Unternehmens ausmachen. CEO Richard Saynor erklärte, Sandoz gehe auf Basis seiner bestehenden globalen Plattform in die nächste Wachstumsphase. Mit „Bio100“ wolle das Unternehmen den Zugang zu kostengünstigeren Arzneimitteln verbreitern und gleichzeitig langfristigen wirtschaftlichen Wert schaffen.
Neue Produktionsanlage ergänzt Entwicklungszentrum in Ljubljana
Die geplante Anlage entsteht neben dem bereits eröffneten Entwicklungszentrum für Biosimilars in Ljubljana. Die räumliche Nähe soll Technologietransfers unterstützen und die Überführung von Entwicklungsprojekten in größere Produktionsmaßstäbe beschleunigen. Zugleich erweitert Sandoz damit sein europäisches Produktionsnetzwerk um zusätzliche Kapazitäten für unterschiedliche Produktionsvolumina. Armin Metzger, President Biosimilar Development, Manufacturing & Supply, sieht darin eine Ergänzung der bestehenden Fertigungsstruktur und eine Möglichkeit, Kapazitäten künftig flexibler zu steuern. Die Investition von rund 300 Millionen Dollar kommt zu bereits angekündigten Investitionen in die Entwicklung und Herstellung von Biosimilars in Slowenien hinzu.
Sandoz setzt neue Wachstumsziele für Biosimilars
Für den Zeitraum von 2025 bis 2030 strebt Sandoz ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen an. Die Core-EBITDA-Marge soll bis 2030 zwischen 25 und 27 Prozent erreichen. Weiter reichen die Ziele bis 2035. Gegenüber 2025 soll sich der Nettoumsatz bis dahin durch „Bio100“ mehr als verdoppeln. An seinem bereits bestehenden mittelfristigen Ausblick bis 2028 hält Sandoz fest.
Produktionskapazitäten als Grundlage für „Bio100“
Für die Umsetzung der Wachstumsstrategie setzt Sandoz neben seiner Produktpipeline auf ein skalierbares Entwicklungs-, Produktions- und Liefernetzwerk. Die neue Anlage in Ljubljana soll dabei zusätzliche Kontrolle über die verfügbaren Kapazitäten schaffen und das Hochskalieren künftiger Produkte unterstützen. Mit der Verbindung aus zusätzlichen Produktionskapazitäten und einem auf mehr als 100 Produkte ausgerichteten Portfolio stellt Sandoz die Biosimilars in den Mittelpunkt seiner langfristigen Wachstumsstrategie. Der Ausbau in Slowenien bildet dafür einen weiteren Baustein innerhalb des europäischen Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks.