Die EU-Kommission hat die staatliche Unterstützung für das neue Insulinwerk von Sanofi im Industriepark Höchst genehmigt. Insgesamt stellen Bund, Land und Stadt 400 Millionen Euro Fördermittel für das Projekt bereit. Die Investitionshilfen waren im Rahmen eines Non-Aid-Verfahrens geprüft worden. Die Stadt Frankfurt beziffert das Investitionsprojekt auf insgesamt zwei Milliarden Euro. Bei der ursprünglichen Ankündigung im Jahr 2024 hatte Sanofi Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2029 genannt. Das neue Werk mit einer Fläche von 36.000 Quadratmetern soll die bestehende Insulinproduktionsanlage am Standort ersetzen und die Herstellung in Frankfurt langfristig sichern.
Sanofi kann neues Insulinwerk nun umsetzen
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef bewertet die Entscheidung als wichtigen Schritt für den Pharma- und Wirtschaftsstandort. „Das letzte Hindernis ist aus dem Weg geräumt. Brüssel stimmt dem Bau des modernsten Insulinwerks der Welt im Industriepark Höchst von Sanofi zu. Jetzt kann es losgehen. Mit 36.000 Quadratmetern so groß wie fünf Fußballfelder ist dieses Pharmaprojekt ein starkes Bekenntnis zum Pharmastandort Frankfurt und Hessen“, erklärt Oberbürgermeister Josef. Mit der Freigabe der staatlichen Unterstützung ist eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung des Neubaus erfüllt. Neben dem Erhalt der Insulinproduktion sieht die Stadt darin eine langfristige Stärkung des Pharma- und Wirtschaftsstandorts Frankfurt.
Sanofi-Investition soll Insulinversorgung absichern
Eine besondere Bedeutung misst die Stadt der Versorgungssicherheit bei. Nach ihren Angaben trägt die Insulinproduktion in Frankfurt zur Versorgung von einem Drittel der Diabetespatienten in Deutschland bei. Der Neubau soll dazu beitragen, entsprechende Produktionskapazitäten am Standort zu erhalten. Frankfurts Wirtschaftsdezernent Nils Kößler verweist dabei auf veränderte geopolitische Rahmenbedingungen. Internationale Konflikte, unterbrochene Lieferketten oder eingeschränkte Transportrouten können die Versorgung mit Arzneimitteln beeinträchtigen. Produktionskapazitäten in Deutschland sollen deshalb einen Beitrag zu einer resilienteren Versorgung leisten. „Der Neubau einer modernen Fertigungsanlage und der Erhalt der Insulinproduktion am Industriepark Höchst sind Grund zur Freude für die Stadt Frankfurt. Gewerbesteuereinnahmen in beträchtlichem Umfang werden abgesichert, dazu kommen die vielen positiven Effekte für die lokale Wirtschaft, Zulieferer, Dienstleister etc.“, so Kößler.
Insulinproduktion bleibt langfristig in Frankfurt
Die Insulinherstellung ist seit mehr als einem Jahrhundert mit dem Standort verbunden. Seit 1923 wird in Frankfurt Insulin produziert. Die heutigen Aktivitäten von Sanofi gehen auf die entsprechenden Produktionsbereiche der früheren Hoechst-Werke zurück. Kößler bezeichnet die Milliardeninvestition deshalb als „Standortbekenntnis auf Jahrzehnte“. Mit der öffentlichen Förderung steige zugleich die Verantwortung des Unternehmens für den Standort. Auch für die regionale Wirtschaft hat das Vorhaben nach Einschätzung der Stadt langfristige Bedeutung. Neben den Gewerbesteuereinnahmen nennt Kößler insbesondere Auswirkungen auf Zulieferer und Dienstleister im Umfeld des Industrieparks.
Sanofi stärkt Resilienz der Arzneimittelproduktion
Die Investition wird von der Stadt auch vor dem Hintergrund der europäischen Arzneimittelversorgung bewertet. Oberbürgermeister Josef bezeichnet das Insulinwerk als strategisch bedeutsam für die Pharmaindustrie, die Versorgungssicherheit und die regionale Wirtschaft. Zugleich ordnet er den Neubau als zentrales Element der europäischen Pharmastrategie ein.
Mit dem Ersatz der bestehenden Anlage soll die Insulinproduktion in Frankfurt langfristig fortgeführt werden. Die Kombination aus Investition durch Sanofi und 400 Millionen Euro staatlicher Unterstützung bindet damit einen für die Insulinversorgung relevanten Produktionsstandort langfristig an Frankfurt.