Umsatz von Aicuris soll bis 2030 voraussichtlich 500 Millionen Dollar erreichen
Asahi Kasei stärkt Portfolio für Biopharmazeutika durch Übernahme von Aicuris
Freitag, 24. April 2026
| Redaktion
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Asahi Kasei Headquarter in Tokio
Asahi Kasei Headquarter in Tokio, Bild: Asahi Kasei

Asahi Kasei hat die Übernahme des deutschen Biopharmazieunternehmens Aicuris erfolgreich abgeschlossen. Die Transaktion ist ein weiterer Schritt beim Ausbau einer globalen Plattform für Biopharmazeutika zur Behandlung schwerer Infektionskrankheiten. Die Integration von Aicuris erweitert das bestehende Portfolio um mehrere antivirale Wirkstoffe in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und stärkt die Position des Unternehmens in einem wachstumsstarken Marktumfeld.

Biopharmazeutika erweitern Portfolio um antivirale Wirkstoffe

Aicuris bringt drei zentrale Wirkstoffe in das Portfolio ein. Dazu gehören Lizenzbeteiligungen an „Prevymis“, der Wirkstoff „Pritelivir“ sowie die Entwicklungssubstanz „AIC468“. Während „Prevymis“ bereits Lizenzerlöse generiert, befindet sich „Pritelivir“ im Zulassungsprozess. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde hat dem Antrag eine vorrangige Prüfung zugewiesen, mit einem Zieldatum im vierten Quartal 2026.

Wachsende Nachfrage nach Therapien für Infektionskrankheiten

Die Wirkstoffe adressieren insbesondere Anwendungen in der Transplantationsmedizin und bei Infektionskrankheiten. In diesen Bereichen besteht ein anhaltend hoher medizinischer Bedarf. Für „Pritelivir“ wird erwartet, dass der Wirkstoff in den USA rund 15.000 immungeschwächte Patienten erreichen kann. In der Zweitlinientherapie wird ein Marktanteil von bis zu siebzig Prozent als möglich angesehen.

Die Umsatzentwicklung von Aicuris wird durch bestehende und neue Produkte getragen. Die Lizenzerlöse aus „Prevymis“ sollen je nach Umsatzentwicklung zwischen 100 und 200 Millionen Dollar pro Jahr liegen. Insgesamt wird erwartet, dass der Umsatz von Aicuris bis 2030 rund 500 Millionen Dollar erreicht.

Strategische Bedeutung für Biopharmazeutika bei Asahi Kasei

Die Übernahme ist Teil des mittelfristigen Managementplans, in dem der Pharmabereich als zentraler Wachstumstreiber definiert ist. „DDer Abschluss der Übernahme von Aicuris spiegelt die konsequente Umsetzung unserer Pharmastrategie wider und stärkt unsere Position im Bereich Infektionskrankheiten, einem Kernbereich, in dem wir eine anhaltende Nachfrage, einen hohen ungedeckten Bedarf und langfristiges Wachstum sehen“, erklärt Ken Shinomiya, Leiter des Bereichs Health Care bei Asahi Kasei. „Aicuris bringt ein differenziertes Portfolio und wissenschaftliche Kompetenzen mit, die die Qualität unserer Pipeline verbessern und gleichzeitig kurzfristige kommerzielle Chancen bieten.“

Integration über globale Entwicklungsplattform

Die Weiterentwicklung des Portfolios erfolgt über die US-Tochter „Veloxis Pharmaceuticals“. Das Unternehmen verfügt über Erfahrung in der Transplantationsmedizin und bringt Kompetenzen in Forschung und Vermarktung ein. „Wir sehen im Rahmen von Asahi Kaseis Pharmastrategie eine starke Übereinstimmung zwischen Veloxis und Aicuris“, sagt Stacy Wheeler, Geschäftsführerin von Veloxis. „Die Erfahrung von Aicuris im Bereich Infektionskrankheiten bildet zusammen mit den etablierten Forschungs- und Vermarktungskompetenzen von Veloxis im Bereich Transplantation eine solide Grundlage, um immungeschwächten Patienten zu helfen.“

Langfristig erwartet Asahi Kasei positive Effekte auf das Betriebsergebnis. Die Integration soll ab dem Geschäftsjahr 2028 zur Profitabilität beitragen. Mit der Kombination aus bestehenden Erlösquellen, fortgeschrittener Pipeline und neuen Entwicklungsprojekten wird der Bereich Biopharmazeutika als zentraler Wachstumstreiber positioniert.

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