Die Interpack 2026 rückt die Pharmaindustrie auf dem Messegelände Düsseldorf in den Hallen 15 bis 17 in den Mittelpunkt. Denn die Branche befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Neue Therapieformen, steigende regulatorische Anforderungen und wirtschaftlicher Druck verändern Produktions- und Verpackungsprozesse grundlegend. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Integration von Automatisierung, Daten und Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung.
Interpack bündelt Pharma-Kompetenz in drei Hallen
Für die Pharmaindustrie konzentriert die Interpack ihr Angebot. Dort entsteht ein zusammenhängendes Umfeld, in dem Prozess- und Verpackungstechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette dargestellt werden. Auf rund 40.000 Quadratmetern präsentieren Unternehmen wie Fette Compacting, Bausch & Ströbel, Uhlmann Pac-Systeme, Groninger, Ima, Multivac Health Packaging, Körber Pharma, Romaco, Optima, Harro Höfliger Verpackungsmaschinen, Cam sowie die Marchesini Group ihre Lösungen.
Marktwachstum trifft auf steigende Komplexität
Die globalen Perspektiven bleiben positiv: Für 2024 wird ein Produktionsvolumen pharmazeutischer Produkte von rund 1,9 Billionen Euro ausgewiesen, bis 2029 wird ein Wachstum von 24 Prozent erwartet. Wachstumstreiber sind vor allem Märkte in Asien, Afrika und Südamerika. Parallel dazu steigen die Anforderungen an die industrielle Umsetzung. Neue Therapieformen wie Biologika oder Zell- und Gentherapien erfordern flexible, vernetzte und zugleich hochsichere Produktionsumgebungen. Gleichzeitig erhöhen regulatorische Vorgaben sowie volatile Lieferketten den Druck auf Effizienz und Prozessstabilität.
Interpack spiegelt zentrale Herausforderungen der Branche
Die Aussagen der ausstellenden Unternehmen verdeutlichen die aktuelle Situation: „Die Pharmaindustrie steht aufgrund des Vormarsches von Biologika, Zell- und Gentherapien sowie hochwirksamen Wirkstoffen unter erheblichem Druck. All diese Bereiche erfordern fortschrittlichere, flexiblere und vernetzte Technologien. Zudem werden die regulatorischen Anforderungen an Qualität, Sterilität und Rückverfolgbarkeit in Echtzeit immer strenger. In wirtschaftlicher Hinsicht sehen sich die Hersteller mit steigenden Produktionskosten, Schwankungen in der Lieferkette und der Notwendigkeit schnellerer und effizienterer Prozesse konfrontiert“, erklärt Thomas Fricke, Commercial Director bei Ima.
Joachim Dittrich, CEO von Fette Compacting, verdeutlicht: „Steigende regulatorische Anforderungen, hoher Kosten- und Preisdruck sowie auslaufende Patente zwingen zu kürzeren Time-to-Market-Zyklen. Gleichzeitig verändern hochaktive Wirkstoffe und individualisierte Therapien die Anforderungen an Produktion und Containment. Unternehmen müssen heute Entwicklung, Technologietransfer und Produktion datenbasiert verzahnen, statt isoliert zu optimieren. Nur so lassen sich Prozesse effizient, sicher und skalierbar gestalten.“ Auch Zielkonflikte nehmen zu: „Vor allem steigende Anforderungen an Automatisierung, Datensicherheit und Nachhaltigkeit treiben den Transformationsdruck voran. Verschärft wird das durch regulatorische Vorgaben wie die PPWR. Daraus entsteht ein Zielkonflikt zwischen Produktschutz, reduziertem Verpackungsvolumen und Wirtschaftlichkeit“, beschreibt Michael Mrachacz, CSO & Managing Director bei Uhlmann Pac-Systeme die Lage.
Automatisierung und Nachhaltigkeit wachsen zusammen
In der Praxis lassen sich Effizienz und Nachhaltigkeit nicht mehr getrennt betrachten. Vielmehr entwickeln sich beide Aspekte parallel und beeinflussen sich gegenseitig. „Das ist die zentrale Herausforderung für die Pharmaindustrie, da sich keines dieser Themen isoliert betrachten lässt, ohne andere zu vernachlässigen“, ergänzt Fricke. „Pharmahersteller investieren daher verstärkt in Automatisierung, KI-gestützte Systeme und durchgängige Datenvernetzung, um Prozesskontrolle, Zuverlässigkeit und Durchsatz zu verbessern. Parallel dazu gewinnt Nachhaltigkeit als eigenständige strategische Priorität an Bedeutung.“ Joachim Dittrich, CEO von Fette Compacting, fügt hinzu: „Effizienz und Nachhaltigkeit gehen heute Hand in Hand und werden nur durch integrierte Prozesskenntnis zu einem echten Erfolgsfaktor. Die größten Investitionen fließen aktuell in Automatisierung, datenbasierte Prozesslösungen und KI. Wer seine Prozesse datenbasiert steuert, kann Material- und Energieeinsatz messbar optimieren.“
Interpack zeigt konkrete Technologien für die Umsetzung
Die Interpack 2026 zeigt, wie sich diese Anforderungen technologisch umsetzen lassen. Unternehmen präsentieren Lösungen für Automatisierung, Datenintegration und nachhaltige Verpackungskonzepte. Die Marchesini Group zeigt in Halle 15 unter anderem robotikbasierte Systeme und Anwendungen mit integrierter künstlicher Intelligenz. Ebenfalls in Halle 15 stellt Uhlmann Pac-Systeme digitale und physische Lösungen vor. Ima präsentiert in Halle 17 unter anderem Technologien für sterile Prozesse. Fette Compacting zeigt in Halle 16 Lösungen für kontinuierliche Produktion und Containment.