Die deutsche Pharmaindustrie kann für 2025 eine positive Bilanz ziehen. Laut Branchenverband VCI legte die Produktion 4,5 Prozent zu, die Produktivität stieg um 3,7 Prozent. Auch der Umsatz entwickelte sich dynamisch und erhöhte sich bei moderaten Preissteigerungen um 5,5 Prozent. Zum Jahresende mehrten sich jedoch die Unsicherheiten. Insbesondere die Inlandsbestellungen gingen zuletzt zurück, was sich in einer vorsichtigeren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage widerspiegelt. Das Auslandsgeschäft zeigte sich trotz handelspolitischer Spannungen robust. Insgesamt stieg der Auftragseingang im Jahr 2025 um sieben Prozent.
Deutsche Pharmaindustrie unter Druck im Inlandsgeschäft
Die Perspektiven für den deutschen Markt haben sich eingetrübt. Viele Unternehmen rechnen mit anhaltendem Druck durch öffentliche und private Sparmaßnahmen. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb durch zunehmende Importe aus Asien. Neben konjunkturellen Risiken rücken damit strukturelle Standortfragen stärker in den Fokus.
Export bleibt Stabilitätsanker
Das internationale Geschäft bleibt der wichtigste Stabilitätsfaktor der Pharmaindustrie. Mehr als 60 Prozent der Erlöse werden im Ausland erzielt. Besonders bedeutend sind die USA, auf die rund ein Viertel der Ausfuhren entfällt. Allerdings sorgen mögliche US-Pharmazölle für Unsicherheit. Sollten entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden, wären deutliche Auswirkungen auf den Exportstandort Deutschland zu erwarten.
Standortbedingungen entscheidend für die Zukunft der Pharmaindustrie
VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen: „Die Pharmaindustrie ist elementar für Deutschland und trotzdem gewinnt in der politischen Debatte immer das Kostenargument. Der Druck bei den Unternehmen nimmt zu. Aus den USA drohen Zölle und die Abhängigkeit von China bei kritischen Wirkstoffen steigt massiv. On top kommt die Dauerbaustelle Standort Deutschland. Wir setzen auf den Pharma- und Medizintechnikdialog der Bundesregierung. Am Ende müssen schnellere Genehmigungen und weniger Regulierungen stehen. Mit einer starken Forschungsförderung und fairen globalen Wettbewerbsbedingungen bleibt der Standort Deutschland zukunftsfähig.“
Die Branche fordert vor allem beschleunigte Genehmigungsverfahren, weniger regulatorische Belastungen und verlässliche Rahmenbedingungen, um die Innovationskraft des Standorts langfristig zu sichern.