Merck erzielt 2021 Rekordwachstum und höhere Profitabilität

Konzernumsatz steigt um 12,3 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro

Alle Unternehmensbereiche dürften zu positiver Entwicklung beitragen, Life Science bleibt stärkster Wachstumsmotor von Merck

Die Darmstädter Merck-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2021 ein Rekordwachstum erzielt. Bereits im Laufe des Jahres hatte das Unternehmen seine Geschäftsprognose dreimal angehoben. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 12,3 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro. Zu diesem Umsatzwachstum haben alle drei Unternehmensbereiche beigetragen, vor allem Life Science. Die wichtigsten Treiber waren die Big-3-Geschäfte des Unternehmens - das Process-Solutions-Geschäft von Life Science, neue Healthcare-Produkte und das Semiconductor-Solutions-Geschäft von Electronics. Das Ebitda pre von Merck verbesserte sich um 17,3 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro und legte damit stärker zu als der Umsatz. „Im Geschäftsjahr 2021 haben wir ein Rekordwachstum erzielt und unsere Margen gesteigert. Unsere kundenorientierten Teams haben hervorragende Ergebnisse abgeliefert“, sagte Belén Garijo, Vorsitzende der Geschäftsleitung von Merck.

„Trotz eines herausfordernden Umfelds sind wir ein verlässlicher Partner für Patienten, Wissenschaftler und unsere Kunden geblieben - und konnten so ein Rekordergebnis erzielen. Im Geschäftsjahr 2021 sind wir in allen Unternehmensbereichen und Regionen gewachsen. Besonders erfreulich entwickelten sich die Geschäfte unserer Big-3. Gleichzeitig haben wir unsere strategische Agenda erfolgreich umgesetzt und dabei vor allem im Unternehmensbereich Life Science unsere Position als bevorzugter Lieferant und Lösungsanbieter im Bereich konventioneller und neuer Modalitäten gestärkt“, betonte Garijo.

Merck erhöht Investitionen in Wachstum erheblich

Seine aktualisierten mittelfristigen Wachstumspläne hatte Merck im vergangenen September im Rahmen seines Kapitalmarkttags bekannt gegeben. Demnach sollen rund 80 Prozent des bis 2025 geplanten Umsatzwachstums aus den Big-3-Geschäften stammen. Die Big-3 umfassen ab dem 1. April 2022 das im Zuge einer Reorganisation von Life Science neu fokussierte Process-Solutions-Geschäft sowie das neu etablierte Life-Science-Services-Geschäft. Zusammen stehen diese beiden Einheiten für eines der Big-3-Geschäfte. Hinzu kommen neue Produkte von Healthcare und das Semiconductor-Solutions-Geschäft von Electronics. Um seine Wachstumsziele zu erreichen, plant das Unternehmen, die Summe seiner Investitionen im Zeitraum von 2021 bis 2025 gegenüber dem Zeitraum von 2016 bis 2020 erheblich zu steigern.

Mit der Übernahme von Exelead, einem biopharmazeutischen Auftragsentwickler und -hersteller (CDMO), hat Merck seine Position im CDMO-Markt weiter gestärkt (pharmaindustrie-online.de berichtete). Das Unternehmen erwarb auch Chord Therapeutics, ein auf seltene entzündliche Erkrankungen des Nervensystems spezialisiertes Biotechnologieunternehmen. Zudem hat Merck angekündigt, bis Ende 2025 deutlich mehr als 3 Milliarden Euro in Innovationen und Kapazitäten seines Unternehmensbereichs Electronics zu investieren. Darüber hinaus hat das Unternehmen im Berichtsjahr weitere Schritte in der Umsetzung seiner Nachhaltigkeitsstrategie gemacht. Unter anderem hatte die Hauptversammlung im April 2021 die Implementierung der Nachhaltigkeitsziele von Merck als Element im Vergütungssystem für Mitglieder der Geschäftsleitung gebilligt. „Unser Fokus ist und bleibt unser mittelfristiges Ziel: rund 25 Milliarden Konzernumsatz bis 2025. Wir werden unermüdlich daran arbeiten, das effiziente Wachstum von Merck zu beschleunigen, indem wir unser Kapital konsequent und zielgerichtet in zukunftsträchtigen Feldern einsetzen“, so Belén Garijo.

Konzernergebnis steigt auf 3,1 Milliarden Euro

Der Konzernumsatz von Merck legte im vergangenen Geschäftsjahr organisch um 13,8 Prozent zu, negative Währungseffekte wirkten sich mit -1,4 Prozent aus. Das Ebitda pre wuchs im Berichtsjahr organisch um 18,1 Prozent. Hierbei ist zu beachten, dass in der Vorjahreskennzahl ein Ertrag aus der Auflösung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 365 Millionen Euro enthalten war. Ohne diesen Einmaleffekt des Vorjahres ist das Ebitda pre um 27,0 Prozent organisch gewachsen. Wechselkursveränderungen und Portfolioeffekte beeinflussten die Entwicklung des Ebitda pre mit -0,6 Prozent bzw. -0,1 Prozent nur unwesentlich.

Starkes organisches Wachstum erwartet

Merck erwartet im Geschäftsjahr 2022 ein starkes organisches Wachstum der Umsatzerlöse, getragen von allen Unternehmensbereichen, insbesondere von Life Science. Wechselkurseffekte sollten sich positiv mit 1 bis 4 Prozent auswirken. Für das Ebitda pre rechnet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 mit einem starken organischen Wachstum. Wesentlicher Wachstumstreiber dürfte Life Science sein, aber auch von Healthcare und Electronics erwartet Merck positive Beiträge zum organischen Wachstum des Ebitda pre. Die prognostizierte Wechselkursentwicklung sollte das Ebitda pre des Konzerns voraussichtlich mit 2 bis 5 Prozent positiv beeinflussen, und dürfte sich vor allem in den Unternehmensbereichen Healthcare und Electronics niederschlagen.
 

Stichwörter
MerckLife Sciences