Hannover Messe hat Life Sciences im Fokus

Guided Technology Tour zu Lösungen und Komponenten

Hannover Messe 2015

Automatisierungslösungen haben in der Medizin-, Pharma- und Biotechnik bereits Einzug gehalten, von der automatischen Zählung von Blutzellen im Labor bis hin zur sterilen Abfüllung von Medikamenten in Spritzen und Injektionsfläschchen in der pharmazeutischen Industrie.

Zukünftig wird die Automation im gesamten Spektrum der boomenden Life Sciences noch mehr an Bedeutung gewinnen, so etwa für die Behandlung und Herstellung von Zellkulturen, Implantate mit Biotech-Beschichtungen oder molekulare Diagnostikchips. Auch in der Medizintechnik steigt der Bedarf an effizienter Produktionstechnik mit höchster Präzision.

„Sowohl bei der Herstellung von Implantaten als auch während der Durchführung von Operationen spielen Bildverarbeitungssysteme, oft in Verbindung mit Robotik, eine immer wichtigere Rolle“, erläutert etwa Peter Stiefenhöfer, Marketingleiter des Bildverarbeitungs-Technologielieferanten und Ausstellers Stemmer Imaging. Daher rücken in diesem Jahr auf der Hannover Messe die Bereiche Medizin-, Pharma- und Biotechnik in den Fokus.

Unter der Überschrift „Automation trifft Life Sciences – branchenübergreifende Innovation“ findet am 13. April nachmittags eine Forums- und Podiumsveranstaltung statt, in der die Chancen und Herausforderungen dieser aufstrebenden Branche für die Automatisierung diskutiert werden. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Initiative Engineering – Life Sciences – Automation, kurz ELSA des baden-württembergischen Regionalclusters Bioregio Stern.

Regenerative Medizin, Smarte Diagnostik und industrielle Biotechnologie sind drei der Anwendungsgebiete, die schwerpunktmäßig in Kurzvorträgen beleuchtet werden. Denn viele Prozesse der industriellen Automatisierungstechnik lassen sich in die Medizin-, Pharma- und Biotechnologien übertragen. Dazu zählt auch das Stichwort Industrie 4.0, wie Andreas Traube vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart betont: „Cyberphysische Systeme werden im zukünftigen Internet der Dinge auch die Weiterentwicklung der Life Sciences extrem beeinflussen.“

Diskutiert werden auf der Veranstaltung aber auch neue Anforderungen, die die Biowissenschaften an die Industrieautomation stellen. So ist bei lebendem Zellmaterial kein Pflichten- und Lastenheft möglich, es zählt oft nicht die Ausstoßmenge, sondern das optimale Handling, damit Zellen nicht traumatisiert werden. Dennoch ist eine zunehmende Automatisierung in diesem Bereich unabdingbar. Das sieht auch Josef Trapl, Technology Manager Life Sciences/Pharma bei M+W Germany, so: „Regulatorische Anforderungen wie Track & Trace und die lückenlose Dokumentation sind ohne Automatisierung nicht umsetzbar.“

Neben dem Forumsprogramm wird auf den Internetseiten der Hannover Messe zudem ein Besucherguide zum Download bereitgestellt, in dem die mehr als 200 Aussteller mit Standnummer aufgeführt sind, die Lösungen und Komponenten für die Medizin-, Pharma- und Biotechnik anbieten.

Darüber hinaus können Fachbesucher an einer „Guided Technology Tour“ zum Thema teilnehmen. Im Verlauf des etwa zweistündigen Messerundgangs zeigen ausgewählte Aussteller jeweils zehn bis 15 Minuten lang innovative Produkte und optimale Automatisierungslösungen für die Bereiche Medizin, Pharma- und Biotechnik.

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