Digitalisierung des Risikomanagements der Pharma Supply Chain

Konsortium präsentiert Entwicklung der Risikomanagement-Plattform

Konsortium präsentiert auf der Achema 2018 die Entwicklung der Risikomanagement-Plattform Mytigate

Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) wird auf der Achema 2018 am Gemeinschaftsstand der Hessischen Hochschulen in Halle 9.2, Stand C74, ihr Forschungsprojekt zum „Pharma Supply Chain Risk Management in der Luftfracht“ vorstellen. Das Projektteam um Prof. Dr. Yvonne Ziegler entwickelt eine webbasierte IT-Plattform namens Mytigate, die die Pharmalogistik digitalisiert und dadurch Transparenz und Sicherheit für Versender und Endkunden bietet. Gemeinsam mit GFT Technologies SE (GFT) prüft das Team aktuell in einem Proof of Concept den Einsatz eines Blockchain-basierten Trackingtools (pharmaindustrie-online.de berichtete bereits über das Projekt).

Die deutsche Pharmaindustrie ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland; problematisch bei Luftfrachttransporten von pharmazeutischen Produkten sei, dass nach Aussagen der International Air Transport Association (IATA) rund 20 Prozent der temperaturgeführten Pharmaprodukte eine Unterbrechung der Kühlkette oder starke Temperaturabweichungen verzeichnen. Der Druck auf die Pharmaindustrie und ihre Partner entlang der Supply Chain wächst. In den vergangenen Jahren hat sich die Rechtslage verschärft, was bedeutet, dass ein entsprechendes Risikomanagement von den Pharmaunternehmen eingefordert wird, mit dem Ziel, mehr Sicherheit und Transparenz entlang der Supply Chain zu erreichen. Bei den Produzenten, Großhändlern und Logistikdienstleistern steigt der Wunsch nach einem webbasierten IT-Tool, das unter den Aspekten erhöhter Sicherheit, Wachstum und Umsatzsteigerung die Transportkette umfassend visualisiert und risikobasiert vorausschauend planbar macht.

Das praxisbezogene Forschungsprojekt der Frankfurt UAS greift diesen Wunsch auf: Die Luftfahrtexpertin Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Frankfurt UAS, arbeitet mit Hochdruck daran, gemeinsam mit der Hochschule Rhein Main, der Hochschule Fulda, der Bayer AG, der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, der Frigo-Trans GmbH und der Gefco Forwarding Germany GmbH ein wissenschaftliches, webbasiertes IT-Tool zu entwickeln. Das zu diesem Zweck gegründete Start-up Mytigate wird Pharmaherstellern und ihren Supply Chain-Partnern eine IT-Plattform zur Verfügung stellen, die diese bei der Identifizierung, Analyse, Bewertung und Minimierung der Risiken entlang der Supply Chain unterstützt und den Pharmaproduzenten ermöglicht, künftig ihre Pharma Supply Chain vorausschauend risikobasiert zu managen.

Mytigate stellt dem Pharmaproduzenten ein standardisiertes Verzeichnis von Partnern und ihren Fähigkeiten entlang einer bestimmten Transportroute zur Verfügung. Im nächsten Schritt identifiziert es mögliche Risiken entlang der Lieferkette und zuletzt schlägt es Transportwege und -partner mit dem geringstmöglichen Risikopotenzial vor. Zu den theoretisch ermittelten Risikokennzahlen wird Mytigate einen Abgleich mit den real erlebten Unregelmäßigkeiten der Pharmaunternehmen und Spediteure vornehmen (Root Cause Data), um eine Einschätzung aus Theorie und Realität geben zu können. Datenbanken, die beispielsweise Wetter- oder politische Daten erfassen, sind ebenfalls in das IT-Tool integriert. Mytigate kann somit zur Qualifizierung neuer Routen genutzt werden und ermöglicht Pharmaunternehmen, Zeit und Kosten zu sparen. Die Risikoinformationen von Mytigate lassen sich auch zur Dokumentation der Entscheidung gegenüber Behörden verwenden.

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