Schwer zugängliche Bereiche in der Pharma- und Biotech-Produktion effizienter erreichen
CIP-Reinigung: Rotierende Retraktoren verbessern Reinigung und Prozesssicherheit
Freitag, 26. Juni 2026
| Redaktion
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CIP-Reinigung: Erst während der Reinigung fahren die Reinigungsköpfe aus und erreichen so auch schwer zugängliche Bereiche in Tanks, Rohrleitungen oder Kanälen
CIP-Reinigung: Erst während der Reinigung fahren die Reinigungsköpfe aus und erreichen so auch schwer zugängliche Bereiche in Tanks, Rohrleitungen oder Kanälen, Bild: Alfa Laval

Die Anforderungen an hygienische Produktionsprozesse steigen kontinuierlich. Insbesondere in der Lebensmittel-, Getränke-, Pharma- und Biotech-Industrie müssen Anlagen zuverlässig gereinigt werden, ohne die Produktqualität oder die Anlagenverfügbarkeit zu beeinträchtigen. Herkömmliche Reinigungssysteme stoßen dabei vor allem an schwer zugänglichen Stellen wie Kanälen, Rohrleitungen oder komplexen Behältergeometrien an ihre Grenzen. Alfa Laval erweitert deshalb sein Portfolio um neue gesteuerte rotierende Retraktoren, die die CIP-Reinigung (Cleaning in Place) dieser Bereiche verbessern und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch reduzieren sollen.

CIP-Reinigung erreicht auch schwer zugängliche Bereiche

Die neuen „Controlled Rotating Retractors“ wurden für Anwendungen entwickelt, bei denen herkömmliche statische Sprühkugeln nur eine eingeschränkte Reinigungswirkung erzielen. Während des Produktionsprozesses verbleiben die Reinigungseinheiten bündig mit der Behälterwand und kommen nicht mit dem Produkt in Kontakt. Erst während der Reinigung fahren die Reinigungsköpfe aus und erreichen gezielt auch schwer zugängliche Bereiche innerhalb von Tanks, Rohrleitungen oder Kanälen. Nach Abschluss des Reinigungsprozesses ziehen sich die Reinigungseinheiten wieder vollständig zurück. Die Anlage steht anschließend unmittelbar für den nächsten Produktionszyklus zur Verfügung.

Höhere Reinigungsleistung bei geringerem Ressourcenverbrauch

Nach Angaben des Herstellers erreichen die neuen Retraktoren eine bis zu doppelt so hohe Reinigungsleistung wie herkömmliche statische Sprühkugeln. Gleichzeitig lässt sich der Verbrauch von Wasser und Reinigungschemikalien um bis zu 55 Prozent reduzieren. Da jedes Gerät aufgrund seiner größeren Sprühreichweite eine größere Fläche abdecken kann, sinkt außerdem die Anzahl der benötigten Reinigungseinheiten. Das reduziert sowohl Investitionskosten als auch den Aufwand für Installation und Wartung.

Kim Kjellberg, Global Tank Cleaning Portfolio Manager bei Alfa Laval, erklärt: „Unsere ‚Controlled Rotating Retractors‘ ermöglichen den Zugang zu schwierigen Bereichen mit weniger Geräten. Sie erfüllen die Anforderungen heutiger Hersteller, schnellere, präzisere Reinigung bei minimalem manuellen Eingriff. Außerdem verbessern sie die Betriebsleistung, unterstützen Nachhaltigkeitsziele und senken die Installations- und Reinigungskosten.“

Sensorik ermöglicht Prozesskontrolle in Echtzeit

Für eine kontinuierliche Überwachung lassen sich die Retraktoren in die Sensor- und Steuereinheit „ThinkTop V70“ von Alfa Laval integrieren. Dadurch werden Betriebszustände und Reinigungsprozesse in Echtzeit überwacht und dokumentiert. Die kontinuierliche Prozesskontrolle unterstützt die Validierung der Reinigung, reduziert ungeplante Stillstände und verringert gleichzeitig den Bedarf an manuellen Eingriffen. Gerade in regulierten Produktionsumgebungen trägt dies zu einer höheren Prozesssicherheit bei.

Wartung ohne Demontage der Rohrleitung

Auch die Instandhaltung wurde vereinfacht. Verschleißteile lassen sich mithilfe eines speziellen Einhandwerkzeugs austauschen, ohne das angeschlossene Zuleitungsrohr demontieren zu müssen. Der Retraktor bleibt dabei sicher mit der Anlage verbunden, wodurch sich Wartungsarbeiten insbesondere an schwer zugänglichen Einbauorten vereinfachen.

Erzielte CIP-Reinigung erfüllt Anforderungen regulierter Branchen

Die neuen Reinigungssysteme wurden für hygienische Produktionsprozesse entwickelt und erfüllen nach Herstellerangaben die regulatorischen Anforderungen der FDA sowie der europäischen und chinesischen Vorschriften. Für Anwendungen in der Pharma- und Biotechnologie steht mit dem „Controlled Rotating Retractor UltraPure“ eine Variante mit umfassender „Q-doc“-Dokumentation zur Verfügung. Sie ermöglicht die vollständige Rückverfolgbarkeit aller produktberührten Komponenten und umfasst unter anderem Konformitätserklärungen, Materialzertifikate sowie Prüfbescheinigungen. Dadurch lassen sich Qualifizierungs- und Validierungsprozesse in regulierten Produktionsumgebungen unterstützen.

CIP-Reinigung gewinnt weiter an Bedeutung

Mit den neuen gesteuerten rotierenden Retraktoren erweitert Alfa Laval sein Portfolio für die hygienische Reinigung von Prozessanlagen. Die Kombination aus höherer Reinigungsleistung, reduziertem Wasser- und Chemikalienverbrauch sowie integrierter Prozessüberwachung adressiert zentrale Anforderungen moderner Produktionsanlagen. Insbesondere dort, wo schwer zugängliche Bereiche zuverlässig gereinigt werden müssen, soll die Lösung dazu beitragen, Anlagenverfügbarkeit, Produktsicherheit und Ressourceneffizienz gleichermaßen zu verbessern.

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