Gerresheimer hat sich final mit Apax Partners über den Verkauf der US-Tochter Centor sowie des Geschäftsbereichs Primary Packaging Plastics verständigt. Der Gesamtkaufpreis basiert auf einem kombinierten Unternehmenswert von rund 1,5 Milliarden Euro. Die beiden Transaktionen werden unabhängig voneinander vollzogen und stehen noch unter dem Vorbehalt der üblichen Genehmigungen und Abschlussbedingungen. Den Abschluss des Centor-Verkaufs erwartet Gerresheimer bis Ende des Geschäftsjahres 2026. Der Verkauf des Geschäfts mit Kunststoff-Primärverpackungen soll im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 abgeschlossen werden.
Gerresheimer fokussiert sich auf Pharma- und Biotechlösungen
Mit dem Verkauf will das Unternehmen seine strategische Ausrichtung weiter schärfen. „Mit dieser Transaktion gewinnen wir unternehmerische Handlungsspielräume zurück“, sagt Uwe Röhrhoff, CEO von Gerresheimer. „Gleichzeitig fokussieren wir unser Geschäft als einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Biotechbranche noch stärker auf hochwertige Drug Delivery Devices, Medizinprodukte und Primärverpackungen für injizierbare Arzneimittel.“
Apax übernimmt 16 Produktionsstandorte
Zur Transaktion gehören insgesamt 16 Produktionsstandorte in neun Ländern, darunter das Centor-Werk in den USA sowie 15 Standorte des Geschäftsbereichs Primary Packaging Plastics. Die beiden Geschäftsbereiche erzielten im Jahr 2025 mit rund 2.400 Beschäftigten einen gemeinsamen Umsatz von etwa 570 Millionen Euro. „Centor und Primary Packaging Plastics sind Marktführer im Bereich Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente und Primärverpackungen für Arzneimittel“, ergänzt Anders Meyerhoff, Partner bei Apax. Er betont, man verfolge das Ziel, gemeinsam mit dem Management ein eigenständiges Unternehmen aufzubauen und dessen langfristiges Wachstum zu unterstützen.
Strategische Neuausrichtung von Gerresheimer
Die erwarteten Mittelzuflüsse aus den Verkäufen sollen insbesondere zur Verbesserung der Finanzierungsstruktur eingesetzt werden. Mit dem Verkauf trennt sich Gerresheimer von zwei etablierten Verpackungsgeschäften. Damit richtet das Unternehmen den Fokus künftig stärker auf wachstumsstarke Bereiche der Pharma- und Biotechindustrie. Gleichzeitig soll die deutlich verbesserte Kapitalstruktur zusätzlichen finanziellen Spielraum für die weitere Unternehmensentwicklung schaffen.