Merck hat im zweiten Quartal 2026 seinen Konzernumsatz organisch um 4,1 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro gesteigert. Das um Sonderaufwendungen bereinigte „EBITDA pre“ legte organisch um 9,3 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Nach Angaben des Unternehmens wirkten sich die anhaltend hohe Nachfrage in wichtigen Geschäftsbereichen, operative Disziplin sowie geringere negative Währungseffekte positiv auf die Entwicklung aus. Vor diesem Hintergrund hebt Merck seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 an.
„Unsere Ergebnisse im zweiten Quartal bestätigen die anhaltende Dynamik unserer wichtigsten Wachstumsbereiche. Aufbauend auf unserem robusten Kerngeschäft haben wir unsere mittel- bis langfristige Wachstumsstrategie unter anderem durch die geplante Übernahme von Bio-Techne Corporation, USA, weiter vorangetrieben. Nach den behördlichen Genehmigungen und dem Erfüllen der Vollzugsbedingungen wird diese Akquisition unsere führende Position in den wachstumsstarken Marktsegmenten der Life-Science-Branche weiter festigen und es uns ermöglichen, integrierte Lösungen entlang der gesamten wissenschaftlichen Wertschöpfungskette anzubieten. Wir werden uns weiterhin darauf konzentrieren, im ganzen Unternehmen schneller, flexibler und skalierbarer zu werden. Gleichzeitig wollen wir weiter profitabel wachsen und nachhaltigen Wert schaffen“, betont Kai Beckmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und Group CEO von Merck.
Merck steigert Umsatz und Ergebnis
Nach einem von geopolitischen Unsicherheiten geprägten Marktumfeld verzeichnete das Unternehmen in allen Weltregionen Wachstum. Besonders dynamisch entwickelte sich die Region Asien-Pazifik mit einem organischen Umsatzanstieg von 8,5 Prozent. Der Konzern profitierte nach eigenen Angaben zudem von seinem regional ausgerichteten Produktions- und Lieferkettenkonzept, das eine hohe Kundennähe und eine flexible Marktversorgung ermöglicht. Neben dem Umsatz verbesserte sich auch die Profitabilität.
Life Science bleibt Wachstumstreiber
Den stärksten Beitrag zum Wachstum lieferte erneut der Unternehmensbereich Life Science. Der Umsatz stieg auf 2,4 Milliarden Euro, was einem organischen Plus von acht Prozent entspricht. Alle Geschäftseinheiten und Regionen trugen zu dieser Entwicklung bei. Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Process Solutions, der Lösungen für die biopharmazeutische Produktion bereitstellt. Investitionen der Kunden in zusätzliche Produktionskapazitäten sowie eine anhaltend hohe Nachfrage sorgten für zweistellige Wachstumsraten. Auch die Bereiche Discovery Solutions und Advanced Solutions konnten ihre Erlöse steigern. Parallel dazu investiert Merck weiter in Forschung und Entwicklung sowie in neue Produktionsstandorte. Damit verfolgt das Unternehmen seine Strategie, Kunden weltweit über regionale Wertschöpfungsstrukturen zu bedienen und das Portfolio kontinuierlich auszubauen.
Healthcare entwickelt sich trotz unterschiedlicher Marktentwicklungen stabil
Im Unternehmensbereich Healthcare mit seinen verschreibungspflichtigen Medikamenten stiegen die Umsätze auf 2,2 Milliarden Euro. Während das organische Wachstum leicht rückläufig war, wirkten sich Portfolioeffekte aus einer Unternehmensübernahme positiv auf die Entwicklung aus. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Therapien für seltene Erkrankungen. Dagegen blieb die Entwicklung in anderen Therapiegebieten wie Fertilität, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen uneinheitlich. Höhere Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen belasteten das Ergebnis, unterstreichen jedoch die strategische Ausrichtung auf neuartige Spezialtherapien und den Ausbau der klinischen Pipeline.
Übernahme stärkt das Life-Science-Geschäft
Mit der angekündigten Übernahme des US-Unternehmens Bio-Techne will Merck seine Position im Life-Science-Markt weiter ausbauen. Die Transaktion soll das Angebot entlang der wissenschaftlichen Wertschöpfungskette erweitern und zusätzliche Kompetenzen in Forschung, Bioverarbeitung sowie fortschrittlichen Therapieverfahren erschließen. Der Abschluss wird vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 erwartet.
Forschung und Investitionen treiben die Strategie voran
Merck setzt seine Investitionen in Forschung, Innovation und Produktionskapazitäten konsequent fort. Im Life-Science-Geschäft wurden unter anderem neue Lösungen für biopharmazeutische Produktionsprozesse sowie nachhaltigere Verfahren für analytische Anwendungen vorgestellt. Parallel baut das Unternehmen seine Forschungsaktivitäten in verschiedenen Therapiegebieten weiter aus und erweitert sein Portfolio durch Kooperationen und klinische Entwicklungsprogramme.
Merck erhöht Prognose für 2026
Auf Basis der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr hebt Merck seine Prognose für das Gesamtjahr an. Das Unternehmen erwartet nun einen Konzernumsatz zwischen 21 Milliarden Euro und 21,8 Milliarden Euro. Für das „EBITDA pre“ rechnet der Konzern mit einer Bandbreite von 5,9 Milliarden Euro bis 6,3 Milliarden Euro. Ausschlaggebend für die Anpassung sind die anhaltend positive Entwicklung im Life-Science-Geschäft, die robuste Entwicklung in Healthcare sowie nachlassende Belastungen durch Wechselkurse.