Gerresheimer hat im ersten Quartal 2026 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 524 Millionen Euro erzielt, nach angepassten 519 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Zahlen enthalten noch die beiden zum Verkauf stehenden Geschäftseinheiten Centor und Primary Packaging Plastics. Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus den neu formierten Geschäftsbereichen Containment & Delivery Systems und Primary Injectable Solutions. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte sich aufgrund inzwischen abgeschlossener interner Untersuchungen zur Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 verzögert. Für 2026 erwartet das Unternehmen im Rahmen seiner Prognose ein stärkeres zweites Halbjahr mit einer Ergebnisverbesserung.
„Mit der konsequenten Umsetzung unseres Transformationsprogramms erwarten wir insbesondere im 2. Halbjahr wieder eine Ergebnisverbesserung. Die erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von Centor und Primary Packaging Plastics werden darüber hinaus unsere Finanzierung- und Bilanzstruktur erheblich verbessern“, sagt Wolf Lehmann, Finanzvorstand von Gerresheimer.
Gerresheimer wächst mit Drug Delivery Devices
Der zu Beginn des Geschäftsjahres neu formierte Geschäftsbereich Containment & Delivery Systems umfasst Primary Packaging Plastics, Centor, Medical Systems und Advanced Technologies. Im ersten Quartal stieg der vorläufige Umsatz von 281 Millionen (angepasst) auf 296 Millionen Euro. Ausschlaggebend war insbesondere die hohe Nachfrage nach Drug Delivery Devices, die Gerresheimer durch Produktionsanläufe in den USA bedienen konnte.
Spritzensysteme stützen das Wachstum bei Gerresheimer
Primary Injectable Solutions mit den Geschäftseinheiten Syringe Systems und Tubular Glass steigerte den vorläufigen Umsatz von 94 Millionen (angepasst) auf 101 Millionen Euro. Wachstumstreiber waren die Spritzensysteme, deren Entwicklung die schwächere Performance bei Tubular Glass in Europa und Asien weitgehend kompensierte. Der Geschäftsbereich entspricht zugleich der künftigen Portfoliostrategie: Gerresheimer will sich stärker auf Drug Delivery Devices, Medizinprodukte und Primärverpackungen für injizierbare Arzneimittel konzentrieren.
Schwächere Nachfrage belastet Moulded Glass
Im Geschäftsbereich Moulded Glass sank der vorläufige Umsatz von 160 Millionen (angepasst) auf 144 Millionen Euro. Neben der weiterhin schwachen Nachfrage aus der Pharma- und Kosmetikindustrie wirkte sich ein Produktionsstopp aufgrund einer Schmelzwannenreparatur im Werk Chicago Heights aus, das bis Ende 2026 geschlossen werden soll. Hinzu kamen geplante Produktionsstopps zum Abbau von Lagerbeständen im Rahmen des strikten Cash-Managements.
Gerresheimer setzt auf Portfolioverkäufe
Die Ertragslage soll sich insbesondere durch ein umsatzstärkeres zweites Halbjahr und die weitere Umsetzung des Transformationsprogramms verbessern. Gleichzeitig setzt Gerresheimer auf Portfolioverkäufe zur Stärkung der Finanzlage. Ende Juli wurde der Vertrag über den Verkauf von Centor und Primary Packaging Plastics an eine Tochtergesellschaft von Fonds unterzeichnet, die von Apax Partners beraten werden. Der Verkauf von Centor soll noch 2026 vollzogen werden, Primary Packaging Plastics soll im ersten Halbjahr 2027 folgen. Die erwarteten Erlöse sollen die Verschuldung reduzieren und die Grundlage für eine anschließende umfassende Refinanzierung schaffen. Parallel treibt Gerresheimer den Verkauf des Geschäftsbereichs Moulded Glass weiter voran. Damit richtet das Unternehmen sein Portfolio zunehmend auf Drug Delivery Devices, Medizinprodukte und Primärverpackungen für injizierbare Arzneimittel aus.