Pharmazeutische Coating-Prozesse stellen hohe Anforderungen an Prozessstabilität, Produktqualität und Anlagentechnik, insbesondere bei Wirkstoffen mit starker Gewichtszunahme. Romaco stellt zur Interpack 2026 deshalb einen neuen Tablettencoater vor, der speziell auf langlaufende Beschichtungsprozesse mit stark wachsenden Tablettenbetten ausgelegt ist. Ergänzend zeigt das Unternehmen einen Wirbelschichtprozessor für Laboranwendungen.
Tablettencoater für anspruchsvolle Wirkstoff-Coatings
Der „Maximus 400“ von Romaco Tecpharm wurde speziell für pharmazeutische Coatings entwickelt, bei denen Tabletten während des Prozesses erheblich an Größe und Gewicht zunehmen. Solche Anwendungen treten unter anderem bei Wirkstoffkombinationen mit Metformin auf. Da sich die Bewegung des Tablettenbetts während des mehrstündigen Beschichtungsprozesses kontinuierlich verändert, muss auch die Prozessführung permanent angepasst werden. Der neue Tablettencoater verfügt dafür über automatisch steuerbare Baffles, die ihre Position und Geometrie während des laufenden Prozesses anpassen können. Dadurch entfällt das manuelle Nachjustieren oder Austauschen der Mischschaufeln. Gleichzeitig muss die Anlage nicht entleert werden, was Prozesszeiten verkürzt und die Produktsicherheit erhöht.
Automatisierung verbessert Prozessstabilität
Zusätzlich zur automatischen Luftführung ist der Tablettencoater mit dem „PCA“-Sprüharm ausgestattet. Die Technologie misst per Radar kontinuierlich den Abstand zum Tablettenbett und passt Sprühwinkel sowie Position automatisch an. Ein integriertes System zur Erkennung von Sprühblockaden identifiziert betroffene Düsen und unterstützt deren Selbstreinigung. Ziel ist eine gleichmäßige Beschichtung bei gleichzeitig hoher Prozesssicherheit. Durch die flexible Anpassung der Baffles eignet sich der „Maximus 400“ für Chargengrößen zwischen fünf und 100 Prozent mit derselben Trommel.
Tablettencoater reduziert Energieverbrauch
Für energieintensive Coating-Prozesse kann der Tablettencoater optional mit dem Energierückgewinnungssystem „ERS“ ausgestattet werden. Das System nutzt die Wärme der Prozessabluft über einen Kreuzstromwärmetauscher erneut im laufenden Beschichtungsprozess. Dadurch lässt sich der Energieverbrauch laut Hersteller um bis zu 50 Prozent reduzieren. Besonders bei lang andauernden Coating-Prozessen trägt dies zur Senkung des ökologischen Fußabdrucks bei.
Wirbelschichtprozessor für Laboranwendungen
Neben dem Tablettencoater präsentiert Romaco Innojet den Wirbelschichtprozessor „VENTILUS Lab“. Die Laboreinheit eignet sich für Granulierung, Trocknung und Coating von Partikeln zwischen zehn Mikrometern und zwei Millimetern. Die Batchgrößen liegen zwischen 0,7 und sieben Litern. Durch die spezielle Prozessluftführung im zylindrischen Produktbehälter soll sich die Energie effizienter nutzen lassen, wodurch sich die Batchzeiten um bis zu 25 Prozent verkürzen. Das System arbeitet mit dem ringförmigen Behälterboden „ORBITER“ und verschiedenen Sprühdüsen-Technologien, darunter „ROTOJET“ und „FLEXIJET“.
Fokus auf Prozessqualität und Materialeffizienz
Die Wirbelschichttechnologie ermöglicht laut Hersteller eine präzise Applikation von Sprühmedien mit definierter Tröpfchengröße. Dadurch können bei Controlled-Release-Formulierungen die gewünschten Freisetzungsprofile mit geringerem Materialeinsatz erreicht werden. Zusätzlich reduziert das Filtersystem „SEPAJET“ den Produktverlust, indem Partikel aus dem Filterprozess wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Sie finden Romaco auf der Interpack 2026 in Düsseldorf in Halle 16 am Stand D22.