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Beim Messen und Regeln des Raumklimas setzt JUMO im neuen Werk „SENSILO“ auf Switche mit SPE-Technologie
Moderne Sensorik trifft robuste Übertragungstechnik auf Basis Single Pair Ethernet
Montag, 14. September 2026
| Redaktion
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Das JUMO Werk „SENSILO“ wurde im Mai 2025 offiziell in Betrieb genommen. Die Investitionsumme lag bei rund 50 Mio. Euro. Single Pair Ethernet kommt hier zum Einsatz.
Das JUMO Werk „SENSILO“ wurde im Mai 2025 offiziell in Betrieb genommen. Die Investitionsumme lag bei rund 50 Mio. Euro. Bilder: JUMO

Die JUMO-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Fulda ist ein führender Anbieter von Sensor- und Automatisierungslösungen sowie Weltmarktführer bei Temperaturfühlern für Wärmemengenzähler. Die Systeme kommen auch in der Pharmaproduktion zum Einsatz. Im Mai 2025 hat JUMO im Technologiepark Fulda-West ein neues, hochmodernes Werk eröffnet. Auf 10.000 Quadratmetern Produktions- und Logistikfläche werden im „SENSILO“ vor allem Temperatur- und Drucksensoren gefertigt, zum Teil unter Reinraum-Bedingungen. In diesem Neubau setzt JUMO auf eine smarte Raumklimaüberwachung. Dabei kommen erstmals Switche mit Single Pair Ethernet-Technologie von Weidmüller zum Einsatz.

Raumklimadaten über Single Pair Ethernet übertragen

Die präzise und kontinuierliche Erfassung und Regelung der Temperatur, der relativen Luftfeuchtigkeit und der Kohlendioxid-Konzentration (CO2) ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Gebäudeautomation. Zum einen geht es um ein gesundes Raumklima, das das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit der Menschen befördert. Zum anderen schützen diese Maßnahmen die Gebäudestruktur. Denn Neubauten sind heute nahezu luftdicht ausgeführt. Eine kontrollierte Lüftung ist insofern unerlässlich, um Energie einzusparen und Schäden durch Feuchte und Schimmel zu vermeiden.

Im Besucher- und Präsentationsbereich des „SENSILO“ wird das Raumklima durchgängig mit intelligenten Multisensoren von JUMO überwacht. Diese erfassen die drei genannten Werte und übertragen sie digital über Single-Pair-Ethernet (SPE) an die Gebäude-Klimasteuerung und an die JUMO-Cloud, wo die Daten visualisiert und aufgezeichnet werden. Die digitale Weiterverarbeitung ermöglicht eine saubere, störungsarme Messkette und eine moderne, webbasierte Darstellung der aktuellen Raumluftqualität. Insgesamt gibt es vier solche Messstellen. Bei den Multisensoren, die dort im Einsatz stehen, handelt es sich um den JUMO hydroTRANS S20, der über ein integriertes Cloud-Gateway verfügt. Die Ethernet-Kommunikation erfolgt über das Modbus TCP-Protokoll.

Das Raumklima muss gerade bei einer größeren Personengruppe genau überwacht werden.
Das Raumklima muss gerade bei einer größeren Personengruppe genau überwacht werden.

Die SPE-basierte Vernetzung hat sich als eine äußerst einfache, effektive und durchgängig stabile Lösung erwiesen. Die dünnen, einpaarigen Datenkabel von dem Unternehmen Dätwyler überbrücken Strecken bis maximal 500 Meter, sind mechanisch robust und verfügen über eine sehr gute Schirmwirkung. Der 4-fach SPE-Switch von Weidmüller im Schaltschrank versorgt die Sensoren via Power over Data Line (PoDL) mit Spannung. Zusätzliche Stromleitung sind somit nicht notwendig.

Schnelle und fehlerfreie Installation mit Single Pair Ethernet

Die Montage der Lösung erfolgte durch die Firma Kerbl Gmbh & Co. KG. Norbert Krafczyk, Elektroinstallateur für Energie- und Gebäudetechnik bei Kerbl, beschreibt die Arbeiten als „fast ein Kinderspiel“. Er hat die Multisensoren zunächst mithilfe eines konfektionierten SPE-M12-Kabels (IP67) verbunden und das Anschlusskabel in einer Klemmdose mit der SPE-Hauptleitung verbunden. 

Diese Leitung wurde in den Schaltschrank geführt und dort mit einem SPE-Stecker (IP20) von Weidmüller verpresst. Anschließend hat Krafczyk auf der Hutschiene den besagten einen Industrial-Ethernet-Switch mit vier SPE-Ports von Weidmüller montiert. Das Gerät übernimmt die Ethernet-Netzwerkkopplung und versorgt die vier Sensoren mit der benötigten Spannung. Über den DIP-Schalter ist dieser Switch einfach und ohne Zusatzsoftware konfigurierbar. Nach der elektrischen Installation konnte der zuständige JUMO-Ingenieur den Cloud-Zugang unmittelbar konfigurieren. Ein zusätzliches Edge-Gateway war nicht erforderlich. Die Lüftungssteuerung hat per Modbus TCP über Ethernet direkt auf die Messwerte zugegriffen und damit angefangen, die Luftzufuhr anhand der definierten Sollwerte zu regeln.

Der JUMO hydroTRANS S20 überwacht das Raumklima. Single Pair Ethernet wird hierzu eingesetzt.
Der JUMO hydroTRANS S20 überwacht das Raumklima.

Positive Bilanz für die SPE-basierte Vernetzung

Stephan Möller, Projektleiter Facility Management bei JUMO, zieht ein klares Fazit: „Die Kombination aus dem JUMO hydroTRANS S20 und der SPE-Technologie mit PoDL ermöglicht eine schnelle, robuste und äußerst effiziente Installation der Messstellen.“ Die durchgängige digitale Architektur - vom Sensor über SPE bis zur JUMO-Cloud - zeigt, wie moderne Sensorik, sichere Datenkommunikation und webbasierte Visualisierung nahtlos ineinander greifen.

Die Daten werden umgehend in die Cloud übertragen; Abweichungen werden sofort erkannt.
Die Daten werden umgehend in die Cloud übertragen; Abweichungen werden sofort erkannt.

Single Pair Ethernet für Industrie und Gebäudeautomation

Mit Single Pair Ethernet (SPE) hat die Industrie eine wegweisende Technologie auf den Markt gebracht: Datenübertragung über nur ein Adernpaar statt über vier wie in herkömmlichen Installationen. Das ermöglicht kleinere Bauteile, spart Platz und reduziert den Montageaufwand erheblich. Weidmüller ist Gründungsmitglied der Single Pair Ethernet System Alliance und treibt die Weiterentwicklung dieser innovativen Technologie maßgeblich mit voran. Denn Weidmüller und JUMO teilen die Überzeugung, dass SPE ein Schlüssel für die zukunftssichere, effiziente und wirtschaftliche Vernetzung in der Industrie und der Gebäudeautomation ist.

Die JUMO-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Fulda beschäftigt weltweit rund 2600 Mitarbeitende und ist führender System- und Lösungsanbieter der industriellen Sensor- und Automatisierungstechnik. JUMO-Produkte kommen beispielsweise in den Branchen „Thermoprozesstechnik“, „Heizung, Klima, Lüftung“, „Lebensmittel und Getränke“, „Erneuerbare Energien“ oder „Wasser und Abwasser“ zum Einsatz. Der Umsatz lag im Jahr 2025 bei 307 Millionen Euro. Zur Gruppe gehören fünf Niederlassungen, 25 Tochtergesellschaften und über 50 Vertretungen weltweit.

Hier erfahren Sie mehr über die Sensor- und Automatisierungslösungen von JUMO.

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