Durch immer potentere Wirkstoffe, steigende Kosten und strengere regulatorische Anforderungen steht die pharmazeutische Industrie unter wachsendem Druck. Gleichzeitig wird die Komplexität der Produktion erhöht. Entsprechend steigt der Bedarf an zuverlässigen Technologien, die für Produktqualität, Prozesssicherheit und Bedienerschutz gleichermaßen sorgen. Eine zentrale Rolle spielen dabei moderne Füll- und Verschließmaschinen, die sich nahtlos in aseptische Produktionsumgebungen integrieren lassen.
Der Anlagenhersteller Bausch+Ströbel stellt auf der Interpack unter anderem eine Lösung vor, die Abfülltechnologie und Containment konsequent verbindet. Im Mittelpunkt steht eine Füll- und Verschließmaschine mit integriertem Isolator, die speziell für die sichere Verarbeitung sensibler oder hochpotenter Wirkstoffe entwickelt wurde. Ziel ist es, pharmazeutischen Herstellern eine stabile, regelkonforme und langfristig sichere Produktionsumgebung bereitzustellen.
Füll- und Verschließmaschine mit integriertem Isolator
In der aseptischen Pharmaherstellung ist Containment ein entscheidender Faktor. Der integrierte Isolator der vorgestellten Füll- und Verschließmaschine bildet dabei eine zentrale Schutzbarriere zwischen Produkt, Prozess und Umgebung. Das System schützt gleichermaßen Bedienpersonal, Produktqualität und Patienten. Gleichzeitig unterstützt die Integration des Isolators eine durchgängige und kontrollierte Produktionsumgebung. Die Systeme werden in enger Abstimmung mit pharmazeutischen Herstellern ausgelegt, sodass sie exakt auf die jeweiligen Produktionsanforderungen abgestimmt sind. Diese Kombination aus Abfülltechnologie und Containment ermöglicht stabile Prozesse und reduziert gleichzeitig Risiken in der pharmazeutischen Produktion.
Flexible Dosierlösungen für Pulverabfüllung
Neben der Isolatorlösung zeigt Bausch+Ströbel auch eine neu entwickelte Anlage für die aseptische Abfüllung pulverförmiger Arzneimittel. Ein innovatives Transportsystem führt die Packmittel schonend durch die Anlage und deckt gleichzeitig einen breiten Formatbereich ab. Die Anlage reduziert die Anzahl der notwendigen Formatteile deutlich und vereinfacht Wartung sowie Bedienung. Hygienisch optimierte Oberflächen, Wash-down-Fähigkeit und LF-optimierte Komponenten unterstützen den Einsatz in sensiblen Produktionsumgebungen. Für unterschiedliche Produkte stehen mehrere Dosiersysteme zur Verfügung, darunter Vacuum-Pressure-Dosing und Scroll-Dosing. Dadurch lassen sich verschiedene Pulverarten präzise und prozesssicher verarbeiten.
Füll- und Verschließmaschine als Teil ganzheitlicher Produktionslösungen
Moderne Pharmaanlagen bestehen nicht mehr nur aus einzelnen Maschinen. Vielmehr rückt der gesamte Produktionsprozess in den Fokus. Hersteller erwarten Lösungen, die von der Produktzuführung über die Abfüllung bis zur Weiterverarbeitung konsistent aufeinander abgestimmt sind. Bausch+Ströbel positioniert sich deshalb zunehmend als Partner für ganzheitliche Produktionskonzepte. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1967 entwickelt das Unternehmen Anlagen für die aseptische Abfüllung und erweitert sein Portfolio kontinuierlich um digitale und serviceorientierte Angebote. Dieser Ansatz soll Herstellern ermöglichen, Medikamente und Impfstoffe weltweit zuverlässig und effizient zu produzieren.
Präzise Etikettierung und Montage von Spritzen
Ein weiterer Schwerpunkt der Messepräsentation liegt auf Hochleistungsmaschinen für die Etikettierung und Montage von Spritzen. Die Sekundärverpackung spielt eine zentrale Rolle für Produktsicherheit und regulatorische Compliance. Die modular aufgebauten Systeme ermöglichen die Integration verschiedener Drucktechnologien. Ein servo-gesteuerter Zwischentransport trennt Druck- und Etikettierprozess voneinander. Dadurch verbessert sich die Druckqualität, während Ausschuss und Prozessrisiken reduziert werden.
Zusätzlich übernehmen die Maschinen Montageprozesse für Komponenten wie Plunger Rod, Backstop oder Nadelschutz. Diese Schritte sind entscheidend für die Funktionalität und Sicherheit der Behältnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Digitales Linienmanagement für Pharmaanlagen
Mit der Softwareplattform Omnia erweitert Bausch+Ströbel seine Lösungen um digitale Funktionen für moderne Produktionsumgebungen. Die Plattform macht Maschinen IoT-fähig und unterstützt Anwender dabei, Produktionsdaten zu analysieren und Prozesse zu optimieren. Neu integriert ist ein Linienmanagementsystem, das eine zentrale Überwachung pharmazeutischer Produktionslinien ermöglicht. Das System ist GMP-konform und kann sowohl lokal als auch cloudbasiert betrieben werden.
Zu den Funktionen gehören unter anderem:
- Linienübersicht und Produktionsmonitoring
- OEE-Analysen
- Chargen- und Rezeptmanagement
- Reporting und Datenanalyse
Durch den Zugriff auf Echtzeitdaten lassen sich Störungen schneller erkennen und Produktionsprozesse gezielt optimieren.
Wandel vom Maschinenbauer zum Prozesspartner
Der Messeauftritt zeigt, wie sich die Rolle klassischer Maschinenbauer in der Pharmaindustrie verändert. Statt einzelner Maschinen rücken zunehmend integrierte Produktionslösungen in den Mittelpunkt. Füll- und Verschließmaschinen, Containment-Systeme, digitale Plattformen und Services werden dabei zu einem Gesamtkonzept verbunden. Ziel ist es, Risiken zu reduzieren, Produktionsprozesse transparenter zu machen und langfristige Versorgungssicherheit zu unterstützen.
Gerade in einer Branche mit hohen regulatorischen Anforderungen und sensiblen Produkten gewinnt dieser ganzheitliche Ansatz zunehmend an Bedeutung. Sie finden Bausch+Ströbel auf der Interpack 2026 in Düsseldorf in Halle 16 am Stand D15.