Der Übergang zu 2D-Codes verändert derzeit die Anforderungen an Produktidentifikation, Rückverfolgbarkeit und Datenmanagement entlang globaler Lieferketten. Auf der Interpack 2026 diskutierten Vertreter von Amazon, GS1 und Domino, welche Rolle standardisierte Daten, integrierte Kennzeichnungssysteme und Automatisierung künftig in Produktion und Handel spielen werden. Im Mittelpunkt standen dabei GS1-Standards, der digitale EU-Produktpass sowie die Integration intelligenter Kennzeichnungslösungen in industrielle Produktions- und IT-Systeme.
Amazon, GS1 und Domino diskutieren 2D-Codes auf der Interpack
Im Rahmen der Diskussion thematisierten Monica Ravi, Director Amazon Transparency bei Amazon, Thomas Fell, CEO von GS1 Germany, Craig Stobie, Director Global Sector Development bei Domino Printing Sciences, sowie Adem Kulauzovic, Director of Automation & Integration bei Domino und Vorstandsmitglied von OMAC, die zunehmende Dynamik hinter dem Einsatz von 2D-Codes am Point of Sale. Im Fokus standen dabei insbesondere standardisierte Datenstrukturen und deren Bedeutung für Transparenz und Rückverfolgbarkeit in globalen Lieferketten. „Es spielt keine Rolle, was Sie herstellen oder wo Sie es verkaufen. 2D-Codes kommen“, betont Craig Stobie von Domino. „Die eigentliche Frage ist nicht ob, sondern wie man erfolgreich ist.“
GS1-Standards schaffen die Grundlage für 2D-Codes
Laut den Diskussionsteilnehmern geht der Übergang zu 2D-Codes weit über eine reine Barcode-Umstellung hinaus. Vielmehr handelt es sich um eine unternehmensweite Transformation, die Verpackung, IT-Systeme, Produktionsprozesse und Supply Chains gleichermaßen betrifft. „Die Migration von 2D-Codes wird durch reale, branchenweite Herausforderungen bei Marken und Händlern vorangetrieben“, erklärt Thomas Fell von von GS1 Germany. „Es handelt sich um eine unternehmensweite Transformation von Anfang bis Ende, nicht nur um eine Änderung von Verpackung oder Barcode.“ Besonders hervorgehoben wurden interoperable GS1-Standards wie der „GS1 Digital Link“, die eine standardisierte Nutzung von Produktdaten ermöglichen sollen.
Integration von 2D-Codes verändert Produktionsprozesse
Neben regulatorischen Anforderungen rückte auch die technische Integration in den Fokus. Laut den Experten gewinnt die Vernetzung von Codier- und Kennzeichnungssystemen mit Verpackungsmaschinen und ERP-Systemen zunehmend an Bedeutung. „Die größten Gewinne entstehen durch die Integration von Codiersystemen in vernetzte Produktions- und IT-Systeme, anstatt Technologien isoliert zu integrieren“, sagt Adem Kulauzovic von Domino. Offene Standards und Echtzeit-Datensynchronisation könnten dazu beitragen, manuelle Eingriffe zu reduzieren, Fehler zu minimieren und die Produktivität entlang der Produktionslinien zu erhöhen.
2D-Codes eröffnen neue Möglichkeiten für Rückverfolgbarkeit
Darüber hinaus wurde auf dem Panel deutlich, dass Unternehmen den Nutzen von 2D-Codes zunehmend über reine Compliance-Anforderungen hinaus betrachten. Detailliertere und standardisierte Produktdaten ermöglichen laut den Diskussionsteilnehmern bessere Einblicke in Lieferketten sowie zusätzliche digitale Services für Endkunden. Gleichzeitig gewinnen Themen wie der digitale EU-Produktpass und intelligente Produktdatenmodelle an Bedeutung. „Compliance ist nur der erste Schritt. Der wahre Mehrwert entsteht auf dem weiteren Weg“, bekräftigt Monica Ravi von Amazon.
Produktidentifikation entwickelt sich zum datengetriebenen System
Die Diskussion auf der Interpack zeigte, dass sich Kennzeichnungssysteme zunehmend von klassischen Codierlösungen zu datengetriebenen Informationssystemen entwickeln. Produktidentifikation wird damit zu einem zentralen Bestandteil digital vernetzter Lieferketten und automatisierter Produktionsprozesse. Unternehmen stehen dabei vor der Aufgabe, standardisierte Datenmodelle, intelligente Kennzeichnungssysteme und industrielle Automatisierung stärker miteinander zu verbinden.