Erste neue Alzheimer-Medikamente seit 23 Jahren
Arzneimittelzulassungen 2025: 36 neue Präparate kamen in Deutschland auf den Markt
Donnerstag, 18. Dezember 2025
| Redaktion
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Verteilung der Arzneimittelzulassungen 2025 in Deutschland
Verteilung der Arzneimittelzulassungen 2025 nach Indikationen in Deutschland, Bild: vfa

Die Zahl der Arzneimittelzulassungen 2025 in Deutschland verzeichnet ein solides Ergebnis: Insgesamt wurden 36 Präparate mit neuen Wirkstoffen zugelassen. Diese Zahl liegt zwar unter dem Vorjahreswert von 42, zeigt aber, dass die pharmazeutische Forschung weiterhin innovationsstark ist. Ergänzend wurden mindestens 20 bestehende Medikamente für zusätzliche Indikationen erweitert. Das geht aus der aktuellen Innovationsbilanz hervor, die der Verband der forschenden Pharma‑Unternehmen (vfa) in Berlin vorgestellt hat.

Arzneimittelzulassungen 2025 mit vielfältigen Neuerungen bei Wirkstoffen und Therapien

Zu den bemerkenswerten Neuzulassungen zählen unter anderem ein gentherapeutisches Gel zur Behandlung einer schweren Hautkrankheit sowie ein auf der Crispr-Cas-Technologie basierender Wirkstoff gegen Sichelzellenanämie und Beta-Thalassämie. Ebenfalls ungewöhnlich ist ein topisches Gentherapeutikum zur Anwendung über die Haut. Erstmals seit über zwei Jahrzehnten stehen auch neue Medikamente gegen Alzheimer-Demenz zur Verfügung, wenn auch nur für Frühstadien nach aufwendiger Diagnostik.

Impfstoffe und Zulassungserweiterungen stärken Prävention

Im Jahr 2025 kamen drei neue Impfstoffe auf den Markt, darunter die ersten zugelassenen Präparate gegen Chikungunya‑Fieber. Ein weiterer Impfstoff schützt gegen 21 Serogruppen von Pneumokokken. Neben den Neueinführungen wurden zahlreiche Indikationen bereits zugelassener Wirkstoffe erweitert, zum Beispiel bei verschiedenen Krebsarten wie Mantelzelllymphom, Leberkrebs oder Mesotheliom.

Klinische Erprobung: Deutschland stark eingebunden

Ein wesentlicher Anteil der neuen Medikamente mit rund 75 Prozent wurde vor ihrer Zulassung auch in Deutschland klinisch getestet. Damit spielt der Standort im globalen Forschungsnetzwerk eine wichtige Rolle bei der Entwicklung innovativer Therapien.

Arzneimittelzulassungen 2025: Fokus auf oft schwer behandelbare Krankheiten

Ein erheblicher Teil der neuen Wirkstoffe adressiert schwere und häufig lebensbedrohliche Erkrankungen. Mit 13 neu zugelassenen Präparaten bilden Medikamente gegen Krebserkrankungen das größte Segment der Arzneimittelzulassungen 2025. Die Hälfte dieser Präparate entfällt auf oral verabreichte Kinasehemmer, die das Wachstum von Tumorzellen hemmen. Weitere Krebsmedikamente enthalten Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate, die gezielt Tumorzellen angreifen.

Erweiterte Therapieoptionen bei Stoffwechsel- und neurologischen Erkrankungen

Besonders auffällig ist die Zahl von sechs neuen Medikamenten gegen Stoffwechselkrankheiten. Dazu zählt das erste zugelassene Mittel gegen die fortgeschrittene Fettleberform Mash (Metabolische Dysfunktion‑assoziierte Steatohepatitis). Auch seltene Stoffwechselstörungen wie Molybdän‑Cofaktor‑Mangel und Thyreotoxikose beim Allan Hernon Dudley‑Syndrom können nun pharmakologisch behandelt werden. Vier weitere Präparate richten sich gegen nicht‑onkologische neurologische Erkrankungen.

Seltene Erkrankungen: Arzneimittelzulassungen für Orphan Drugs

Rund zwei Drittel der neu zugelassenen Präparate haben seltene Erkrankungen als Schwerpunkt. Für 13 dieser Medikamente wurde von der EU der Orphan‑Drug‑Status verliehen, der Vorteile bei der Entwicklung und Vermarktung gewährt. vfa‑Präsident Han Steutel betont das Engagement der Branche für Betroffene seltener Krankheiten, weist jedoch zugleich auf notwendige Verbesserungen im Diagnose‑ und Versorgungsnetzwerk sowie in der Arzneimittelpolitik hin.

Herstellungstechnologien der neuen Wirkstoffe

Die Mehrheit der 2025 eingeführten Medikamente basiert auf chemisch synthetisierten Wirkstoffen, die traditionell eine wichtige Rolle in der Arzneimittelentwicklung spielen. Gentechnisch hergestellte Präparate folgen dicht dahinter, während ein biotechnologisch produzierter Impfstoff ohne direkte Gentechnik auskommt. Dieses Nebeneinander unterschiedlicher Herstellungsarten unterstreicht die Vielfalt der Forschungsstrategien in der modernen Arzneimittelforschung.

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