vfa begrüßt Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung

Hinsichtlich einer steuerlichen Forschungsförderung bleibt die Strategie halbherzig

Die Agenda "Von der Biologie zur Innovation" sowie die "Dekade gegen Krebs" können maßgebliche Impulse setzen

"Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen begrüßt, dass die Bundesregierung auf Forschung und Innovation setzt und dafür eine neue Hightech-Strategie verabschiedet hat. Denn Forschung und Innovation verbinden das Erarbeiten von Problemlösungen für die Bevölkerung mit dem Ausbau von Wohlstand und Arbeitsplätzen." Das erklärte Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) mit Blick auf die im Kabinett beschlossene Hightech-Strategie 2025 "Forschung und Innovation für die Menschen".

Gesundheit und Biotechnologie spielen in der neuen Strategie eine wesentliche Rolle. So soll eine "Dekade gegen Krebs" betroffenen Patienten mehr erfolgreiche Behandlungen und bessere Lebensqualität ermöglichen. "Diese Ausrichtung kommt zur rechten Zeit", so Fischer. "Denn auch dank Industrieforschung wächst das Sortiment der onkologischen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten derzeit erheblich. Und viele Grundlagenerkenntnisse warten erst noch darauf, durch Forschung und Entwicklung zu neuen Therapieoptionen beizutragen." Mit der Agenda "Von der Biologie zur Innovation" sollen biologisches Wissen sowie biotechnologische und bioinspirierte Verfahren noch stärker in alle Bereiche des Lebens und Wirtschaftens integriert werden. Der vfa begrüßt, dass diese Agenda gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ressortübergreifend entwickelt werden soll.

Die Bundesregierung setzt sich auch das Ziel, Deutschland vom Nachzügler zum Vorreiter bei digitalen Innovationen im Gesundheitssystem zu machen. Bis 2025 soll u.a. eine forschungskompatible elektronische Patientenakte an allen deutschen Universitätskliniken verfügbar werden. Die Analyse großer Datenmengen aus der biomedizinischen Forschung und Patientenversorgung soll eine präzise, auf die Einzelperson abgestimmte Prävention, Diagnostik und Therapie ermöglichen. Das Zusammenwirken aller Verantwortlichen für E-Health-Lösungen soll optimiert werden. - Diese Stoßrichtung begrüßt Birgit Fischer, betont aber zugleich: "Angesichts des bereits regen Innovationswettbewerbs bei ePatientenakten und anderen eHealth-Lösungen ist auch eine übergeordnete nationale eHealth-Strategie notwenig - noch in dieser Legislaturperiode." Diese solle Branchen- und Sektorengrenzen überwinden und bestehende Initiativen aufgreifen: "Für eine nachhaltige und positive Entwicklung der digitalen Gesundheitswirtschaft in Deutschland braucht es ein klares eHealth-Zielbild und einen gemeinsamen Aktionsplan für alle beteiligten Akteure", so Fischer.

Zu kurz springt die Strategie bei der steuerlichen Forschungsförderung - einem Förderinstrument für Forschungsausgaben und -ansiedlung, bei der Deutschland anderen Industrienationen weit hinterher hinkt. Dieses Instrument kann sein Potenzial nur dann entfalten, wenn es auch großen Unternehmen zugänglich ist - denn sie entscheiden bei weitem über das meiste Forschungspersonal und -geld. "Eine Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen kann allenfalls ein erster Anfang sein", so Fischer.
 

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