Jeder zweite Deutsche kennt seinen Impfstatus nicht

Impfbereitschaft muss kontinuierlich gefördert werden

Birgit Fischer

Vom 24. bis 30. April findet die von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufene Europäische Impfwoche statt. Hierzu sagt Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa): „Impfungen schützen die Geimpften und ihre Angehörigen und tragen dazu bei, Krankheiten zurückzudrängen."

Aufklärung von öffentlicher Seite ist hilfreich
"Deshalb muss die Impfbereitschaft kontinuierlich gefördert werden. Aufklärung und Erinnerung von öffentlicher Seite ist hier sicher hilfreich – wie etwa die Plakatkampagne der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung „Deutschland sucht den Impfpass“. Sie wird viele motivieren, ihren persönlichen Impfschutz zu vervollständigen und dabei zugleich auch zum Aussterben der Masern beizutragen. Doch wir brauchen noch mehr: Eine bundesweite Gesamtkoordination der vielfältigen Einzelaktivitäten zur Förderung der Impfbereitschaft ist notwendig. Daher ist es gut, wenn endlich die geplante Koordinierungsstelle für den nationalen Impfplan eingerichtet wird und klare Impfziele für Deutschland erarbeitet werden.“

Kontraproduktive Maßnahmen prüfen
„Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung kann nur individuell getroffen werden“, betont Fischer zugleich. Wesentlich sei jedoch, dass Menschen überhaupt dazu kommen, über Impfungen nachzudenken. Dass es hier Nachholbedarf gibt, zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach von 2013: Fast jeder zweite Deutsche kennt seinen aktuellen Impfstatus nicht. Fischer weiter: „Die Politik sollte auch kontraproduktive Maßnahmen wie Ausschreibungen der Krankenkassen für die Belieferung mit bestimmten Impfstoffen auf den Prüfstand stellen. Denn dass so jeweils nur ein Hersteller zum Exklusivlieferanten gemacht wurde, hat in der Vergangenheit wiederholt zu Produktions-, Liefer- und Versorgungsengpässen geführt und die Impfraten in den Regionen beeinträchtigt.“